Glossar Fotografie und Krieg

Akquise

Im Fotojournalismus sind Freelancer darauf angewiesen, eigenständig oder mit Hilfe von Agenturen Aufträge von Redaktionen einzuwerben. Diesen Prozess bezeichnet man als Akquise. Handelt es sich um einen Erstkontakt seitens der Fotografen, spricht man auch von Kaltakquise.

Assignment

Wenn ein Fotoreporter im Auftrag einer Redaktion einen Fototermin oder eine Recherchereise unternimmt, wird dies als Assignment bezeichnet. Für die Zeit, in der die Fotoreporter für ein Assignment arbeiten, sind sie in der Regel durch den Auftraggeber versichert.

Asymmetrischer Krieg

Darunter wird eine Form des Kriegs oder Konflikts verstan-den, bei der es zwischen den Konfliktparteien Unterschiede hinsichtlich der verfügbaren Mittel oder der Organisation gibt. Es wird zwischen Asymmetrie der Stärke und Asymmetrie der Schwäche unterschieden. Der Terrorismus gilt als Strategie der Asymmetrie der Schwäche.

Audioslideshow

Zeitgenössisches, digitales Präsentationsformat von journalistischer Fotografie, das sich durch eine Mischung meist statischer Bilder mit O-Tönen oder Musik auszeichnet und auch unter dem  Stichwort Multimedia fungiert.

Augenzeugenschaft

Zentraler Begriff des Fotojournalismus der umschreibt, dass für das Erstellen fotojournalistischer Bilder die Anwesenheit im Feld als primärer Beobachter von zentraler Bedeutung ist. Dies unterscheidet den Fotojournalismus vom Textjournalismus der auch mit Zeugenaussagen arbeiten kann.

Auslandsjournalismus

Variante des Journalismus, der die internationale Berichter-stattung umfasst und in der Informationen nationalstaatliche Grenzen überschreiten. Der klassische Akteur des Auslandsjournalismus ist der von einem Medium entsandte Auslandskorrespondent.

Bildanalyse

Sammelbegriff für verschiedene Verfahren, um Bilder in materieller und immaterieller Form zu untersuchen; die Visuelle Kommunikationsforschung interessiert sich vor allem für Medienbilder, unter anderem für fotografische Bilder aus dem Bereich des Fotojournalismus und unterscheidet eine Produktions-, eine Produkt- und eine Wirkungsanalyse.


Bildagenturen

Institutionen des Journalismus, die ausschließlich Bilder vermarkten, werden als Bildagenturen bezeichnet. Dabei wird zwischen den Wire und den Non-Wire unterschieden. Die Wire vermarkten im Unterschied zu den Non-Wire hauptsächlich tagesaktuelle Nachrichtenbilder.

Bildbearbeitung

Verfahren wie beispielsweise das Konvertieren vom digitalen Negativformat RAW in eine Tiff- oder Jpeg-Datei sowie die Anpassung von Kontrast und Helligkeit werden unter Bildbearbeitung gefasst. Was erlaubt ist und was nicht regeln die jeweiligen Codes of Conduct.

Bildberichterstattung

Unter diesem Begriff versteht man die Summe der in einem bestimmten Zeitraum zu einem bestimmten Ereignis veröffentlichten journalistischen Pressefotografien, entweder in einem einzelnen Medium oder Medium übergreifend.

Bilderdienste der Nachrichtenagenturen

Die wichtigsten globalen und internationalen Nachrichtenagenturen verfügen über eigene Abteilungen, die ausschließlich auf die Produktion und die Vermarktung tagesaktueller Bildnachrichten ausgerichtet sind und die unter dem Namen Bilderdienste firmieren.

Bildergalerie

Publikationsformat, das sich vor allem bei Onlinemedien findet, unter dem eine thematische Aneinanderreihung von Bildern meist unterschiedlicher Herkunft (Fotograf, Agentur, Region, ...) verstanden wird.

Bilderkrieg

Dieser Begriff versucht die Bedeutung von Bildern in zeitge-nössischen Kriegen zu beschreiben. Damit verbunden ist die Beobachtung, dass Bilder als Waffen eingesetzt werden, was impliziert, dass die Verbreitung von Bildern ebenfalls kontrolliert werden muss.

Bilderpolitik

Unter diesem Begriff fasst man Strategien und Maßnahmen von gesellschaftlichen Akteuren wie Unternehmen oder Regierungen zusammen, die über sie im Umlauf befindlichen fotografischen Bilder zu kontrollieren und damit ihre Außenwahrnehmung zu beeinflussen.

Bildethik

Alle Fragen bezüglich des publizistischen Umgangs und des Zeigens von Bildern im öffentlichen Raum können unter dem Begriff Bildethik gefasst werden. Darunter fallen Fragen der Verbreitung und des Umgangs mit dem Recht am eigenen Bild.

Bildmanipulation

Darunter werden analoge oder digitale Techniken gefasst, die in den Bildinhalt eingreifen, wie z.B. das Retuschieren oder das Entfernen und Hinzufügen von Bildinhalten. Einige verstehen darunter auch die Inszenierung von Ereignissen für die Kamera. Beides stellt einen Bruch mit den Codes of Conduct des Fotojournalismus dar.

Bildnachricht

Eine Bildnachricht bzw. ein Nachrichtenbild sind das wich-tigste Medium in der Nachrichtenfotografie. Darunter wird in der Regel ein Einzelbild verstanden, das nachrichtenrelevante Informationen visuell aufbereitet und die wichtigsten Fakten eines Ereignisses in einem Bild zusammenfasst.

Bildrecht

Alle Rechtsfragen bezüglich der Verwertung und Verbreitung von Bildern werden unter dem Begriff Bildrecht gefasst. Die wichtigsten Fragen dazu sind in Deutschland im Kunsturhe-berrechtsgesetz (KunstUrhG) festgelegt.

Bildwissenschaft

Trans- bzw. interdisziplinärer Begriff, der eine vor allem in Deutschland starke Forschungstradition beschreibt, deren Ziel die Entwicklung einer umfassenden Bildtheorie und damit verbundener Methoden zur Erforschung visueller Phänomene ist.

Bürgerkrieg

Kriegsähnliche Zustände innerhalb eines Nationalstaates, bei dem in der Regel oppositionelle Gruppen mit militärischen Mitteln gegen den Staat und eine Regierung kämpfen mit dem Ziel, einen Systemwechsel oder eine territoriale Neuorientie-rung herbeizuführen.

Caption

Ein im Fotojournalismus gebräuchlicher englischer Begriff, der die Bildunterschrift bzw. die Bildunterzeile einer Bildnachricht beschreibt. In der Caption sollen sich in sachlichem Stil die klassischen 5 W's (Wer, Was, Wann, Wo, Warum) des Journalismus finden.

Code of Conduct

Innerhalb des Fotojournalismus gibt es eigene ethische Re-gelwerke, die als Code of Conduct bezeichnet werden und den Umgang mit Fotografierten, Standards der Bildbearbeitung sowie der Publikation festlegen. Diese Regelwerke existieren sowohl in Standesverbänden als auch innerhalb von Bildagenturen.

Compassion Fatigue

Begriff, der in der kritischen Fototheorie benutzt wird und der versucht, das Phänomen zu umschreiben, dass sich bei Menschen das Mitleid bzw. Mitgefühl erschöpft, wenn sie zu viele Bilder von Leid und Elend sehen.

Content

Neuer Begriff der vor allem in der Werbung Anwendung findet und stellvertretend für die Vermischung von Journalis-mus und Werbung steht; darunter wird verstanden, nicht ein Produkt zu bewerben, sondern Themen und Geschichten (content) zu generieren.

Corporate Magazine

Auf dem heutigen, ausdifferenzierten Medienmarkt finden sich zunehmend Magazine, die von Wirtschaftsunternehmen oder anderen Institutionen zu PR-Zwecken herausgegeben werden. Diese werden als Corporate Magazine bezeichnet.

Covern

Aus dem englischen übernommener, eingedeutschter Begriff, der das fotografische Berichten über ein Ereignis oder einen Gegenstand beschreibt.

Credit

Im Credit einer Fotografie werden die Bildrechte an einer Fotografie benannt. Dort finden sich Informationen sowohl über den Urheber, also den Fotografen, als auch die Rechteverwerter, z.B. eine Agentur.

Cropping

Aus dem englischen übernommener, eingedeutscher Begriff der das Zuschneiden von Bildern beschreibt; damit wird eine Zuspitzung auf die zentralen Bildinhalte nach der Aufnahme angestrebt.

Crowdfunding

Bezeichnet eine Möglichkeit, Projekte über Kleinspenden, hauptsächlich von Privatpersonen, direkt zu finanzieren. Dies läuft in der Regel über Internetportale wie Startnext. Der Begriff der „crowd“ bezieht damit auf die Masse der Internetnutzer als dem „Schwarm“ der eine Finanzierung stemmt.

Debriefing

Methode, die ein professionell angeleitetes Gespräch bezeichnet, das wenige Tage bis einige Wochen nach einer potentiell traumatisierenden Situation durchgeführt wird. In der Regel wird es vor allem bei Fällen der sekundären Traumatisierung in helfenden Berufsgruppen benutzt.

Dokumentarfotografie

Bezeichnet eine Spielart des Fotojournalismus, die sich auf die Bearbeitung von Themen und die Anfertigung von Reporta-gen spezialisiert hat. Das Dokumentarische beinhaltet eine Form der authentischen Wiedergabe der Realität.

DSLR

Abkürzung für das englische Wort "Digital Single Lens Re-flex" (Digitale Spiegelreflexkamera) und im Fotojournalismus die am weitesten verbreitete Kameratechnik.

Editing

Bezeichnet den Prozess der Bildauswahl sowie der digitalen Nachbearbeitung, der nach der eigentlichen Aufnahmesituation stattfindet. In der digitalen Fotografie findet der Prozess standardmäßig am Computer statt. Welche Formen des Editing erlaubt sind, regeln die Codes of Conduct.

Editor (Bildredakteur)

Berufsbezeichnung für diejenigen, die entweder bei Nach-richtenagenturen oder publizierenden Medien für die Bildaus-wahl und -redaktion verantwortlich sind. Oft haben sie eine wesentlich größere Macht darüber, welche Bilder veröffentlicht werden als die Fotoreporter.

Editor’s Choice

Damit wird eine Auswahl der besten tagesaktuellen Bilder durch den Editor (Bildredakteur) eines Bilderdienstes bezeichnet. Der Editor’s Choice ist ein Service für die Kunden, der jedoch dazu führen kann, dass sich die Chance erhöht, die gleichen Bilder bei verschiedenen Medien zu finden.

Embedded Journalism

Eine Praxis im Konfliktjournalismus, mit der die Arbeit von Journalisten und Fotoreportern „eingebettet“ in militärische Einheiten beschrieben wird. Zum Teil bedeutet dies auch das Tragen von Uniformen. Obwohl die Praxis schon länger exis-tiert, ist sie erst mit dem Irakkrieg 2003 bekannt geworden.

Ereignis

Im Journalismus ist ein Ereignis ein klar benennbares, abgegrenztes Geschehen mit einem Anfang und einem Ende, das beobachtbar ist. Ein Ereignis unterscheidet sich damit klar von einem Thema. In der Journalismustheorie gibt es unterschiedliche Ereignisformen (genuines, mediatisiertes, inszeniertes Ereignis).

EXIF

Das Exchangeable Image Format (EXIF) ist ein Standardformat, um Metadaten in digitalen Bildern zu speichern. Die Informationen (Blende, Aufnahmezeitpunkt, ...) werden direkt in die Jpeg- oder  Tiff-Datei geschrieben.
Feature

Unter einem Feature wird im Fotojournalismus eine Serie von Bildern gefasst, die alltägliche Themen beinhaltet. Es sind vor allem die Bilderdienste der Nachrichtenagenturen die Fea-tures anbieten.

Fotobuch

Dieses Medium wird immer wichtiger für den Fotojourna-lismus, weil es dem Fotoreporter den größtmöglichen Grad der Kontrolle über sein Produkt ermöglicht und erlaubt, auch umfangreiche Reportagen und Projekte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Grunde ist es ein auf Fotografien basierendes Buch.

Fotografenagentur

Der Name Fotografenagenturen kommt daher, dass sich zu Beginn Fotoreporter zusammenschlossen und Agenturen zur Vermarktung ihrer Bilder gründeten, die auch in ihrem Besitz verblieb. Als klassisches Beispiel gilt die französische Agentur Magnum. Heute sind diese Agenturen oft auch kommerziell ausgerichtet und verfügen über unterschiedlichen Formen der Teilhaberschaft. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sowohl Fotoprojekte und Bilder aus dem Archiv vertreiben als auch Assignments an Fotografen vermitteln.

Fotografischer Akt

Der Moment, in dem ein Fotografierender und ein Foto-grafierter aufeinandertreffen, wird als fotografischer Akt be-zeichnet. Diese soziale Begegnung ist im Fotojournalismus Voraussetzung für das Entstehen eines fotografischen Bildes.

Fotografischer Essay

Unter den verschiedenen Ausdrucksformen der Fotografie bzw. des Fotojournalismus ist der fotografische Essay das Format mit dem größten Grad an Individualität. Er zeichnet sich dadurch aus, dass ein Fotograf ein Thema mit einer individuellen Bildsprache aus einer persönlichen Perspektive heraus oft mit einem klaren Standpunkt bebildert.

Fotojournalismusethik

Im Unterschied zur Bildethik befasst sich die Fotojournalis-musethik mit den ethischen Prämissen des fotojournalistischen Handelns während des fotografischen Akts und der Produktion von Bildmaterial im Feld. Dazu gehört auch eine Ethik des Unterlassens, die sich im Nicht-Fotografieren zeigt.

Fotoreporter

Akteur im Fotojournalismus, der für Produktion von journalistischen Fotografien verantwortlich zeichnet. Es handelt sich also um einen Journalisten, der visuelle Informationen produziert und verbreitet. Wird auch Fotojournalist genannt.

Fototheorie

Dieser Begriff beschreibt wissenschaftliche Texte und Ansätze deren Ziel es ist, das Wesen der Fotografie theoretisch erfass- und erklärbar zu machen. Die Ansätze stehen sich dabei oft diametral gegenüber vor allem in Bezug auf die Rolle der Technik und den Wirklichkeitsbegriff des Mediums.

Fixer

Bezeichnung für lokale Arbeitskräfte im Journalismus, die den Reportern und Fotoreportern zuarbeiten, Kontakte her-stellen und Recherchen übernehmen. Manchmal werden Fixer auch als Stringer bezeichnet. Vor allem in Krisenregionen tragen sie das höchste Risiko.

Flickr

Kostenfreie Online-Datenbank zum Verwalten privater Bil-dergalerien und Alben; Flickr war eine der ersten Anwendun-gen in diesem Bereich und wird auch von Fotografen an der Schnittstelle zwischen Amateur und Profi verwendet.

First Responder

Bezeichnung für helfende Berufsgruppen wie Sanitäter, Po-lizisten oder Feuerwehrleute, die als erste an Unglücksorten auftauchen und damit besonders hohen psychischen Belastun-gen ausgesetzt sind. Auch Fotoreporter und Journalisten wer-den je nach Einsatzort dazugezählt.

Freelancer

Fotoreporter, die ohne Festanstellung auf Basis der Selbständigkeit für wechselnde Arbeitgeber tätig sind, werden Free-lancer genannt. In Deutschland werden sie auch als Freie be-zeichnet.

Gewalt

In unterschiedlichen Ausprägungen ist Gewalt ein elementarer Bestandteil von Konflikten. Gewalt bezeichnet grundsätzlich das Vermögen, Etwas mit Zwang durchzusetzen. Es wird zwischen indirekter und direkter Gewalt, kollektiver und institutioneller, physischer und psychischer sowie struktureller und kultureller Gewalt unterschieden.

Handout-Pictures

Als Teil der Bildpolitik und des Versuchs, die Kontrolle über Bildmaterial zu behalten, gibt es unter Regierungen und Unternehmen die Praxis, den Zugang zu Ereignissen zu beschränken und stattdessen Fotografien, die von extra beauftragten Fotografen angefertigt wurden, als Handout Picture an die Presse zu geben.

Humanitäres Völkerrecht

Bezeichnet ein internationales Regelwerk, das sich seit dem 19. Jahrhundert immer weiter verfeinert hat und als primäres Ziel die Verregelung kriegerischer Auseinandersetzung und den Schutz vom Krieg betroffener Bevölkerungsgruppen hat.

Ikonografie

Ursprünglich wurde unter diesem aus der Kunstwissenschaft stammenden Begriff die Wesensbestimmung von Kunstwerken gefasst. In einem allgemeineren Verständnis wird heute darunter auch die dominante Bildsprache bzw. das visuelle Vermächtnis bestimmter Ereignisse oder Phänomene verstanden (z.B. die Ikonografie des Nahostkonflikts).

Image Operations

Als Teil der Bildpolitik planen Institutionen Ereignisse, die Bildakte zur Folge haben und die fotojournalistische Berichterstattung ermöglichen. Diese Handlungen sowie das Handeln mit und über Bilder wird unter dem Begriff Image Operations gefasst.

Information Warfare

Als Teil einer „Revolution in Military Affairs“ wurde das Konzept des Information Warfare entwickelt, dass den klassischen militärischen Dimensionen Raum und Zeit die Information hinzufügt. Es geht um die Kontrolle von Informationen sowie die Zerstörung militärisch relevanter Informationstechnologie.

IPTC Standard

Abkürzung für den IPTC-NAA-Standard, eines vom Inter-national Press and Telecommunications Council (IPTC) und der Newspaper Association of America (NAA) entwickelten Formats zur Speicherung von Metadaten digitaler Bilder; die Daten werden mit dem Bild im Jpeg oder Tiff Format abgespeichert und beinhalten Hinweise zu den Bildrechten, dem Autor, Schlagworte, etc.

 Jpeg

Digitales Format zum Speichern von Bildern; die Dateien können in unterschiedlichen Stufen komprimiert werden, so dass sie einfacher zu verschicken sind; je nach Grad der Kom-primierung leidet darunter die Qualität der Bilder.

Konflikt

Darunter werden soziale Tatbestände verstanden, an denen mindestens zwei Parteien beteiligt sind und die auf Unterschiede in Interessen und der sozialen Lage zurückzuführen sind. Konflikte lassen sich hinsichtlich der involvierten Akteure, ihrer Gegenstände und Austragungsformen unterscheiden.

Krieg

Größte Eskalationssstufe von Konflikten, in denen Gewalt systematisch und in großem Umfang angewendet wird und das Ausmaß der Zerstörung nachhaltig ist. In der Regel spricht man von Krieg bei zwischenstaatlichen Konflikten.

Kriegsberichterstattung

Die journalistische Dokumentation von Krieg und Gewalt wird unter diesem Begriff gefasst. De facto geht es dabei um die Berichterstattung, also die publizistische Verwertung, weniger das journalistische Handeln.

Kriegsfotografie

Unter diesem Begriff werden in der Regel alle Bilder subsu-miert, die in Kriegen und Konflikten entstanden sind. Fotore-porter fassen ihre Arbeit eher selten unter diesem Begriff, da er Teil einer Mythologisierung des Kriegsfotografen als Abenteurer ist.

Krise

Der Begriff der Krise wird oft synonym für Konflikt verwendet. In der Konfliktforschung ist die Krise ein Zwischenstadium zwischen Konflikt und Krieg in Form eines ausdifferenzierten und eskalierten Konflikts mit Gewaltanwendung. Im Alltag wird Krise auch in Bezug auf Katastrophen und Ereignisse mit großer Reichweite verwendet.

Low Intensity Warfare

Diese Form des Krieges, die als Teil der „Neuen Kriege“ ge-sehen wird, zeichnet sich dadurch aus, dass offene Kampfhand-lungen im Gegensatz zu verdeckten terroristischen Handlungen oder militärischer Repression in den Hintergrund treten.

Metadaten

Hiermit werden alle Zusatzinformationen bezeichnet, die neben dem eigentlichen digitalen Dateiinhalt mit abgespeichert werden können (z.B. Dateiname, Blende, ...). Die Metadaten werden in unterschiedlichen Standards (z.B. IPCT) gespeichert.
MFM-Liste

Vom deutschen Verband BVPA herausgegebene Liste mit Honorarsätzen für die Fotobranche, die als Richtwerte für As-signments, Publikationen sowie die Zweitverwertung von Bil-dern gelten.

Nachrichtenagentur

Bezeichnet ein Medienunternehmen, das sich auf die Ver-marktung und Verbreitung tagesaktueller Nachrichten spezialisiert hat. Kunden des von den Agenturen kostenpflichtig angebotenen Service sind in der Regel andere Medieninstitutionen, die die Nachrichten an den Konsumenten weitergeben.

Nachrichtenfotografie

Die ist der Bereich des Fotojournalismus bzw. der Fotografie, der auf die Dokumentation tagesaktueller Ereignisse und die Produktion von Bildnachrichten ausgerichtet ist. Neben der Dokumentarfotografie ist es der wichtigste Bereich des Fotojournalismus, der vor allem von den Bilderdiensten bespielt wird.

Newsroom

Bezeichnet eine spezifische organisatorische Struktur in Re-daktionen, die sich seit den 2000er Jahren aus den USA kom-mend weltweit etabliert hat und sich dadurch auszeichnet, dass alle Redaktionen in einem Großraumbüro zusammensitzen. Der Newsroom zeichnet sich durch vereinfachte Arbeitsabläufe und flachere Hierarchien aus.

Neue Kriege

Die Veränderungen in der Kriegführung nach dem Ende der Blockkonfrontation hat zur Entwicklung der These geführt, dass der klassische zwischenstaatliche Krieg durch „Neue Kriege“ abgelöst wurde, die sich durch eine Entstaatlichung, eine Privatisierung und Ökonomisierung sowie eine Enthemmung von Gewalt kennzeichnen.

Objektivität

Im Journalismus ist Objektivität die zentrale Referenzgröße, bei der es jedoch immer nur um eine Annäherung daran gehen kann. Konkret geht es um ein ganzes Set von Normen und Praktiken die journalistische Qualität sichern sollen. Im Fotojournalismus spricht man stattdessen von Authenzität.

Package

Unter einem Package wird ein Themenpacket verstanden, das von einer Nachrichtenagentur zu aktuellen Themen zusam-mengestellt wird und das meist Text und Bild enthält.

Parachutist

Bezeichnung für einen internationalen Journalisten oder Fotoreporter der temporär zu Berichterstattungszwecken in eine Konfliktregion reist. Der Begriff kommt vom englischen Wort „parachute“ (Fallschirm).

Photoshop

Eine Software des amerikanischen Software Unternehmens Adobe, die zu den wichtigsten Tools für die digitale Bildbearbeitung gehört. Im Fotojournalismus ist sie in Verruf geraten, weil sie aufgrund der einfachen Handhabe der digitalen Bildmanipulation Tür und Tor öffnet.

Pitch

Wenn ein Journalist oder ein Fotoreporter einen Themen-vorschlag an eine Redaktion gibt, so wird dies als Pitch bezeichnet. Man spricht in diesem Zusammenhang auch davon, ein Thema zu pitchen.

Play Report

Von den internationalen Nachrichtenagenturen zusammen-gestellte Berichte, die dokumentieren, wie oft welche Bilder gekauft wurden bzw. sich gedreht haben. Der Abdruck der Bilder wird auch als „play“ bezeichnet.

Pool

Bezeichnet eine Form, den Zugang zu bestimmten Ereignis-sen zu reglementieren. Der Pool wird aus einer Gruppe registrierter Agenturen und/oder Fotografen gebildet, die eine kleine Anzahl von Vertretern zum Covern eines Ereignisses schicken. Die Bilder stehen danach dann jedoch allen Pool-Mitgliedern offen. Die Regeln zur Teilnahme am einem Pool können unterschiedlich ausgestaltet sein.

Portfolio Review

Öffentliche oder private in der Regel kostenpflichtige Veran-staltungen, meist auf Fotofestivals, in denen Bildredakteure die Mappen oder Portfolios junger Fotografen anschauen und bewerten. Für Fotoreporter zu Beginn ihrer Karriere ist dies ein wichtiges Forum um Kontakte zu knüpfen und den eigenen Marktwert zu testen.

Porträt

Fotografische Darstellungsform, die auch in der journalistischen Fotografie gebräuchlich ist und das Abbilden von Menschen beschreibt. Es ist das einzige Format der journalistischen Fotografie, bei der dem Fotoreporter das Inszenieren von Personen vor der Kamera erlaubt ist.

Pressefotografie

Bezeichnet die in der „Presse“ bzw. den publizistischen Medien veröffentlichen Fotografien und Bildnachrichten. Sie können, müssen jedoch nicht fotojournalistischen Ursprungs sein.

Pressefreiheit

Grundlegende Freiheiten der Presse und des Journalismus, die sowohl in nationalen Gesetzgebungen als auch international festgeschrieben sind, werden als Presse- oder Medienfreiheit bezeichnet.

PTSD/PTBS

Die Posttraumatic Stress Disorder (Posttraumatische Belas-tungsstörung) ist ein Krankheitsbild, unter dem nicht verarbeitete traumatische Erfahrungen subsumiert werden und dass sich häufig bei Akteuren findet, die in Kriegs- und Krisenregionen gearbeitet haben.

Raw-Dateien

Digitales Format zum Speichern von digitalen Fotogafien.  Raw-Dateien funktionieren als eine Art digitales Negativ.  Sie zu manipulieren ist extrem schwierig, weshalb sie bei Wettbewerben hinterlegt werden müssen. Für die Bildbearbeitung werden sie in der Regel erst in Jpeg oder Tiff-Dateien umgewandelt.

Realität

Zentrale Bezugsgröße im Fotojournalismus; Unter "Realität abbilden" wird in der Regel verstanden, das was der Fotoreporter vor der Kamera sieht, aus seiner subjektiven Perspektive so umfassend wie möglich abzubilden, um einen möglichst breiten Blick auf das Geschehene zu ermöglichen.

Recht am eigenen Bild

Jeder Mensch hat das Recht, selbst zu entscheiden, ob und in welcher Form Bilder von ihm produziert und verbreitet wer-den. Dieses Recht am eigenen Bild ist gesetzlich festgeschrieben und wird nur eingeschränkt, wenn man eine Person des öffentlichen Lebens ist oder an öffentlichen Veranstaltungen teilnimmt.

Rechteverwerter

Der Begriff beschreibt diejenigen Akteure, die im Auftrag oder unter Abtretung bspw. die Urheber und Verwertungsrechte von Fotoreportern vertreten. Dies sind in der Regel Agenturen, aber auch Institutionen wie die VG Bildkunst in Deutschland.

Remote-Editing

Bezeichnet ein bestimmtes Verfahren, in dem eine Gruppe von Agentur-Fotografen ihr gesamtes Bildmaterial ohne vorheri-ges, persönliches Editing an die Agentur gibt, wo dieses zentral bearbeitet wird. Dies geschieht zum Beispiel bei großen politischen oder sportlichen Ereignissen, um als Agentur einen besseren Überblick geben zu können.

Reportage

Wird auch als Königsdisziplin des Fotojournalismus gesehen. Darunter versteht man eine fotografisch erzählte Geschichte in Form einer Serie, die einen Anfang und ein Ende hat und entweder mit oder ohne Text erscheinen kann.

Royaltee-Free

Lizenzierungsverfahren für urheberrechtlich geschützte Werke, bei dem durch das einmalige Bezahlen einer Gebühr ein unbegrenztes Nutzungsrecht erworben werden kann.

Serie

Damit wird in der Fotografie und im Fotojournalismus die Aneinanderreihung von Bildern mit einem ähnlichen Thema bezeichnet. Eine Serie kann auch einen konzeptionellen Rahmen haben und sich von der Reportage dadurch unterscheiden, dass in ihr nicht zwingend eine Geschichte erzählt werden muss.

Staffer

Der Begriff kommt vom englischen Wort „staff“ für Beleg-schaft. Im Fotojournalismus wird darunter ein festangestellter Fotoreporter bei einer Nachrichtenagentur verstanden.

Stock Photography

Neuer Markt für Fotografie, auf dem Bilder vor allem für Il-lustrationszwecke gehandelt werden. Die Fotografien für die-sen Markt werden nach thematischen Gruppen wie z.B. Fami-lie, alte Menschen, Schule, ... systematisch vorproduziert und auf Halde (stock) gehalten. Kennzeichnend für diesen Markt sind besondere Lizenzierungsmodelle wie RF (Royaltee Free).

Storytelling

Eingedeutscher englischer Begriff, der im Prinzip das Fokussieren auf das Geschichten erzählen beschreibt. Der Begriff ist Teil eines zeitgenössischen Trends auch ausserhalb des Journalismus z.B. in der Werbung, über emotionale Geschichten Konsumenten anzuziehen.

Stringer

Auf Tagesbasis arbeitender Fotoreporter bei einer Nachrich-tenagentur. Außerhalb des Fotojournalismus wird damit auch ein lokaler Guide für Auslandskorrespondenten bezeichnet, der wiederum auch unter dem Begriff Fixer läuft.

Stringer mit Guarantee

Ein Stringer, der unabhängig von der Anzahl der Aufträge und Bilder ein monatliches Mindestgehalt bekommt. Trotz allem ist damit keine Festanstellung und somit auch keine Arbeits-platzsicherheit verbunden.

Terrorismus

Beschreibt eine Form der gezielten Gewaltanwendung meist oppositioneller Gruppierungen zur Durchsetzung politischer Ziele. Welche Handlungen Terrorismus darstellen und welche  nicht, ist oft Gegenstand politischer Diskussionen. Es gibt auch Formen des Staatsterrorismus.

Ticker

Das Wort geht zurück auf die Übetragung von Nachrichten in die Redaktionen mittels Fernschreiber. Auch heute spricht man jedoch in der Branche davon, dass eine Nachricht über den Ticker gelaufen ist.

Urheber

Fotoreporter gelten nach dem Urheberrechtsschutz als diejenigen, die das Recht an ihren Produkten bzw. Bildern besitzen und dieses vermarkten dürfen. Es gibt unterschiedliche Formen der Verwertung dieser Rechte, die aber den Charakter des Urhebers nicht beeinträchtigen.

War Porn

Begriff der in zeitgenössischen Debatten um die Darstellung von Krieg und Gewalt immer öfter auftaucht und Bildmaterial bezeichnet, das ausschließlich für die Lust am Schauen produ-ziert wurde. Gleichzeitig ist es auch ein Kampfbegriff politisierter Medienkritik mit dem Ziel visuelle Kriegsberichterstattung als pornografisch zu diskreditieren.

Wire

Historische Bezeichnung für Nachrichtenagenturen und de-ren Bilderdienste, die sich auf die Übertragung von Daten per Kabel (Wire) bezieht. Der Begriff findet im Fotojournalismus vor allem von Fotoreportern heute immer noch Verwendung.



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