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Montag, 5. September 2016

Ein Blick auf die Probleme der Welt


Im südfranzösischen Perpignan trifft sich jedes Jahr Anfang September die internationale Fotojournalismusszene beim Festival "Visa pour l'Image". Schwerpunkt ist die sogenannte "Professional Week" mit Fotografenvorträgen, Podiumsdiskussionen, Portfoliosichtungen und abendlichen Projektionen. Daneben werden ein gutes Dutzend Ausstellungen international bekannter Fotojournalisten gezeigt, die vom langjährigen Festivalleiter Jean-Francois Leroy ausgesucht und zum Teil kuratiert wurden.

 

Die Fotografie, die in Perpignan zu sehen ist, lässt sich am besten mit den Stichworten Nachrichten- und Pressefotografie umschreiben. Viele der Fotografen die mit Ausstellungen vertreten waren, arbeiten frei oder festangestellt für internationale Agenturen wie Associated Press (AP), Agence France Presse (AFP), Reuters oder SIPA Press. Die Ausstellungen behandeln meist tagesaktuelle Themen, die in Form von umfangreichen Serien gezeigt werden. Im Vordergrund stehen in der Regel Themen aus der Konflikt- und Krisenberichterstattung. Krise wird dabei jedoch nicht nur politisch, sondern auch sozial und humanitär verstanden. Der Ruf Perpignans, ein Ort für die klassische Kriegsfotografie zu sein, konnte sich in diesem Jahr jedoch nicht bestätigen.

Das dominanteste Thema der diesjährigen Ausstellungen war die sogenannte Flüchtlingskrise, die beispielsweise von Yannis Behrakis von Reuters oder Aris Messinis von AFP eindrucksvoll ins Bild gesetzt wurde. Treffend war vor allem der Titel zu Messinis Serie "Krieg in Zeiten des Friedens". Dass die Flüchtlingskrise so prominent vertreten war ist nicht verwunderlich, war dies doch eines der wichtigsten Themen des letzten Jahres der internationalen Agenturen. Wie wichtig die Tagesaktualität für das Festival ist, zeigte sich auch am Monatsrückblick der wichtigsten Themen, der am Anfang der abendlichen Präsentationen stand. Andere ausgestellte Themen waren z.B. das Zika Virus in Brasilien (Felipe Dana), der Alltag von Abhängigen der Droge Paco in Argentinien (Valerio Bispuri) der Kampf gegen den IS (Frédéric Lafargue) oder der Krieg in Afghanistan (Andrew Quilty).

Ausnahmen von der Krise und die Ethik

Aber es gab auch Ausnahmen von der Krise. So war eine Serie der Französin Claire Allard zu sehen, die Backstage Bühnenarbeiter bei ihrer Arbeit begleitete. Leider war diese jedoch fotografisch sehr monoton im immergleichen Weitwinkelformat umgesetzt. Und Catalina Martin-Chico folgte den Spuren der letzten Nomaden im Iran zwischen ihren Sommer- und Winterlagern und zeigte die Schwierigkeiten, sich zwischen einem urbanen Leben und dem Nomadentum zu entscheiden. Mit dem Canon Female Photojournalist Award war schon 2015 die Arbeit von Anastasia Rudenko über Internate von Psychisch Kranken in Russland ausgezeichnet worden. Und Niels Ackermann lieferte ein intimes Porträt der Kinder von Tschernobyl in Slavutych, der jüngsten Stadt der Ukraine.

Einige der präsentierten Arbeiten entstanden in Zusammenarbeit mit NGO's oder wurden gleich komplett von Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen (Fractured State von Dominic Nahr über den Südsudan) oder politischen Institutionen wie dem Europäischen Parlament (Displaced über weibliche Migranten von Marie Dorigny) finanziert. Dies führte dieses Jahr auf dem Festival zu Recht zu einer von James Enstrin auf dem New York Times Lens Blog angestoßenen Debatte über die Ethik und die Unabhängigkeit des Journalismus. Wobei es sicherlich keine einfache Antwort auf die Frage gibt, wo in einem immer komplexer werdenden Fotojournalismusmarkt die Grenzen redaktioneller und fotojournalistischer Freiheiten liegen.



Visa und die Stadt

Nur höchsten selten wird das Festival im Kontext der Stadt Perpignan betrachtet, weshalb an dieser Stelle ein Hinweis in dieser Richtung nicht fehlen soll. Die Diskrepanz zwischen den für das Festival aus der ganzen Welt anreisenden Besuchern und der Stadt könnte nicht größer sein. Es herrscht eine seltsame Stimmung in der Stadt, die ein beklemmendes Gefühl hinterlässt. Dies liegt vor allem an den vielen geschlossenen Geschäften, der offensichtlichen Armut vieler Bewohner der Altstadt und einer offenen Drogenszene. Der Gegensatz zu den von der Polizei abgeschirmten Ausstellungsorten sowie den luxuriösen Abendempfängen auf der einen Seite und dem Alltag der Stadt auf der anderen Seite ist augenfällig und das wohl größte Paradox des Festivals.


Mehr Informationen zum jährlichen stattfindenden Festival gibt es auf der Webseite www.visapourlimage.com und dem dazugehörigen Blog https://visapourlimage.wordpress.com/. Etwas ausführlichere Rezension zu Visa werden demnächst beim Onlinemagazin "Menschen machen Medien" der DJU sowie in der Oktoberausgabe der Zeitschrift Photonews erscheinen.

Montag, 22. August 2016

Omran und die Debatte um die Macht der Bilder


Vor einer knappen Woche ging in den deutschen und internationalen Medien das Bild des geretteten syrischen Jungen Omran aus Aleppo um die Welt. Innerhalb kurzer Zeit wurde das Bild zu einer Ikone des Bürgerkrieges in Syrien. Schnell wurde es mit dem Bild des toten Kindes Aylan verglichen, das im vergangenen Jahr zur Ikone wurde. Ähnlich wie damals löste es auch eine Debatte um die Macht von Bildern aus. Untenstehend eine kleine Übersicht über die diesbezügliche mediale Diskussion.


Der Spiegel thematisierte die Entstehung des Bildes und sprach mit dem Urheber des Bildes:

„Er habe schon viele Luftangriffe in der umkämpften syrischen Stadt Aleppo miterlebt und fotografiert, sagte Mustafa al-Sarout. Und so war es auch am vergangenen Mittwoch: Da filmte er unter anderem den fünfjährigen Omran, wie er staubig und blutend in einem Krankenwagen sitzt und apathisch ins Leere starrt. Die Bilder gingen um die Welt: als Symbol für die Schrecken dieses Bürgerkrieges.“


Eine Einordnung des Bildes ob ihrer Bedeutung nahm Fiete Stiegers auf NDR.de vor:

„Das Bild bewegt die Menschen, die es sehen: Ein kleiner Junge hockt verstört auf dem orangenen Sitz eines Krankenwagens, verschmutzt und mit blutverschmierten Kopf. Retter haben ihn nach einem Bombenangriff auf die umkämpfte syrische Stadt Aleppo aus den Trümmern gezogen. Es erinnert an das Bild einer staubbeckten New Yorkerin am 11. September.“


Inwieweit das Bild auch in den Medien Russlands Verbreitung fand, thematisierte SWISS Info:

„In das russische Internet gelangte das Foto von Omran vor allem über die russischsprachigen Seiten internationaler Medien wie der Deutschen Welle oder der BBC. Der für Auslandspropaganda zuständige russische Fernsehkanal Russia Today deutete die Verbreitung des Fotos als gezielte Kampagne. "Warum hat sich das Bild des Jungen aus Aleppo (#aleppoboy) viral verbreitet und nicht das anderer Kinder, die vom Krieg betroffen sind?", heisst es in einem Videoclip.“


Über die Entstehungsbedingungen von Bildern in Aleppo und Syrien, wie das von Omran, reflektierte Caroline Bock auf Meedia:

„Die Bilder aus Aleppo entstehen generell nicht ganz zufällig. Medien-Aktivisten suchen Motive mit dem Ziel, ikonische Bilder zu schaffen. Sie wissen sehr genau um die Wirkung, die von den Aufnahmen ausgehen kann. Im Fall von Omran war es das oppositionelle Aleppo Media Center, das am Mittwochabend nach einem Luftangriff ein Video aufnahm.“


Reaktionen deutscher, vor allem christlicher Hilfswerke, ob das Bild Publikationswürdig ist, thematisierte die Webseite Evangelisch:

„Das Foto eines verletzten Jungen aus der umkämpften syrischen Stadt Aleppo hat am Donnerstag die Menschen weltweit berührt. Deutsche Hilfsorganisationen reagierten zurückhaltend auf das Bild des fünfjährigen Omran. "Wir würden es so nicht zeigen, weil wir Menschen grundsätzlich nicht als Opfer darstellen", sagte die Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel in Berlin.“


Thomas Fricker argumentierte in der Badischen Zeitung, warum es legitim ist, das Bild zu zeigen und was seinen Erfolg ausmacht:

„Wir leben in einer Welt der Bilder. Da ist es legitim, die Welt mit Bildern aufzurütteln. Gut möglich, dass der Junge eben deshalb gefilmt worden ist. Das ändert aber nichts an der Not in Aleppo. Hinschauen – das ist die Botschaft diese Bilder. Verdrängen ist nicht. Selbst wenn all dies an der Ohnmacht dem Krieg gegenüber erst mal nichts ändert.“


Die Dauerhaftigkeit der vermeintlichen Schockwirkung des Bildes, stellte Andreas Schwarzkopf auf FR Online in Frage:

„Man darf aber auch nicht zu viel erwarten von einem einzigen Foto oder dem Video, aus dem das Bild stammt. Für viele wirkt es wie ein Schrei gegen die Unmenschlichkeit, wie ein Plädoyer für das Ende des Krieges. Andere wiederum fürchten, die emotionale Empörung werde nach kurzer Zeit verebben, wie sie schon so oft verebbt ist.“


Dienstag, 14. Mai 2013

Linksammlung zur Paul Hansen Kontroverse

Im folgenden eine Zusammenstellung von Internetlinks, die die Diskussion um das World Press Photo des Jahres 2012 des schwedischen Fotojournalisten Paul Hansen dokumentieren. Besonders interessant ist, wie in der Zuspitzung der Auseinandersetzung und neuer Vorwürde in dieser Woche das Thema zunehmend politisiert wird. Vor allem aus den Reihen pro-israelischer Medienaktivisten wird die, bisher nicht bewiesene, These der "Manipulation" verbreitet, die sich nicht mehr nur noch auf die digitale Postproduktion sondern die Entstehung des Bildes selbst bezieht.

Ankündigung von World Press Photo zur Verleihung des Preises für das Bild des Jahres 2012 an Paul Hansen:

Artikel des British Journal of Photography über das Siegerbild von Paul Hansen:

Kommentar auf diesem Blog zur Bildästhetik von Paul Hansens Bild:

Interessanter Kommentar über die Frage, welche Rolle die digitale Nachbearbeitung für den Wahrheitsgehalt des Bildes spielt:

Englischer Artikel auf Spiegel Online über die digitale Bildbearbeitung von Paul Hansen:

Hintergrundinformationen von Matthias Krug vom Spiegel zum Bild von Paul Hansen:

Artikel des Technologieblogs Extremetech der Paul Hansen Manipulation und Fälschung vorwirft:

Blogbeitrag auf Designboom der den Vorwurf von Extremetech aufgreift:

Argumentation des Bloggers Tom Leininger gegen die Manipulationsthese:

Onlinezeitung Times of Israel stellt Bezug zwischen Hansen und "Pallywood" Vorwurf her:

Kommentar auf dem Blog A Photo Editor:

Aktuelle Ankündigung von World Press Photo das Bild erneut untersuchen zu lassen:





Dienstag, 6. November 2012

Über die Heroisierung des Krieges à la Hollywood


Auf den Seiten 30/31 der aktuellen Ausgabe des Stern-Magazin VIEW ist zu sehen, wie die Heroisierung von Soldaten im zeitgenössischen Krieg funktioniert: über die Einbeziehung von Hollywood. Ein großformatiges über eine Doppelseite gehendes Bild zeigt vier US-Amerikanische Soldaten die um einen auf dem Boden liegenden verletzten Kameraden gruppiert sind. Die Überschrift zur Bild-Text-Seite lautet „Saving Private Ryan“. Im kurzen Bild-Text wird die Szenerie weiter erläutert:

„Ein in Afghanistan bei einer Bombenexplosion verletzter US-Soldat verdankt sein Leben seinen Kameraden.

Baraki/Afghanistan – Noch schweben Staub und Qualm in der Luft. Aber auch wenn gerade keiner weiß, ob nicht weitere Gefahr droht, sind gleich vier Männer dieser US-Patrouille ihrem verletzten Kameraden beigesprungen – und retten so das Leben des Private Ryan.

Bei der Detonation des im Boden versteckten Sprengkörpers wurden die Beine des Soldaten Ryan Thomas getroffen, seine zerfetzten Hosenbeine sind blutdurchtränkt. Während der Trupp-Sanitäter die Wunden verbindet, hält ein Kamerad beruhigend die Hand des 21-Jährigen und spricht mit ihm. Zwar gelingt es zunächst, die starken Blutungen zu stillen, doch Ryan Thomas muss schnellstens in ein Feldlazarett. Im Laufschritt tragen die Männer den Verletzten zu dem bereits gelandeten Rettungshubschrauber.

Und tatsächlich: Ihr Kamerad überlebt – wie der Soldat im Steven Spielbergs oscar-gekröntem Film „Saving Private Ryan“. (VIEW, November 2011, Seite 30/31)

Was hier gezeichnet wird, ist das Bild von Kameradschaft und Heldentum im Krieg. Die Umstände des Anschlags und der Konflikt in Afghanistan spielen kaum eine Rolle. Die Botschaft lautet, dass die Soldaten füreinander einstehen und sich auch unter Gefahr, ohne auf das eigene Leben zu achten, retten. Auf diesen Aspekt weist der Text mit der Formulierung „Aber auch wenn gerade keiner weiß, ob noch weitere Gefahr droht“ noch ein Mal besonders hin. Dazu kommt der positive Ausgang der Geschichte, symbolisiert durch den in einem kleinen Bild gezeigten wartende Rettungshubschrauber zu der die Bildunterzeile sagt: „Der Helikopter bringt Thomas in Sicherheit. Später wird er zur Behandlung nach Deutschland ausgeflogen“. So steht am Ende der Rettungsaktion das rettende Krankenhaus in Deutschland.

Interessant ist der erzählerische Duktus der Bild-Untertextes, der dem ganzen die nötige Dramatik verleiht und Nähe herstellt. „Noch schweben Staub und Qualm in der Luft ...“ beginnt der Text und sofort ist der Leser damit in der Aktualität des Geschehens. Eine Recherche der kompletten Bilderstrecke in der Bilddatenbank von AFP lässt dagegen  vermuten, dass seit der Explosion schon einige Zeit vergangen ist. Dort scheint es bzgl. des Rauchs – insbesondere aufgrund der auf anderen Bildern deutlich erkennbaren orangenen Farbe des Rauchs – als wäre dieser durch Leuchtfakeln entstanden, die vom Militär genutzt werden um dem Rettungshubschrauber einen Landeplatz anzuzeigen. Möglicherweise ist es auch ein Übersetzungsfehler: In der Original-Caption ist von „dust and smoke flares“ die Rede, wobei Smoke Flares als Rauch oder Leuchtfakeln ins Deutsche übersetzt werden. Der Staub stammt mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht von der Explosion, da auch die verbundenen Beine des Soldaten  darauf hinweisen, dass die Explosion schon etwas länger zurückliegt.

Besonders perfide ist an diesem Beispiel, wie ein Hollywood-Spielfilm hier als Referenz für soldatisches Handeln im Krieg gesetzt wird: Nicht mehr der  Film orientiert sich an der Realität, sondern die Realität am Film. „Ihr Kamerad überlebt – wie der Soldat im Steven Spielbergs oscar-gekröntem Film „Saving Private Ryan““ heißt es im Text. Dabei ist wichtig zu wissen, dass „Saving Private Ryan“ eine fiktive Geschichte ist, die auf der Folie der Landung der Alliierten in der Normandie erzählt wird. Eine Gruppe von US-Soldaten wird im Film losgeschickt um den hinter den feindlichen Linien abgesprungen Soldaten zu retten. Gesteigert wird im Artikel die Bedeutung des Filmes durch den Hinweis auf den Oscar-Gewinn. Dies macht die Geschichte des Films jedoch nicht realer oder glaubwürdiger. Die einzige Verbindung zwischen Film und Soldat ist der Name des Soldaten: Ryan. Dass diese fiktive Geschichte hier als Folie für den Afghanistan-Krieg genutzt wird, ist das wohl deutlichste Zeichen für die Propaganda-Botschaft die sich hier entfaltet.

Auch das Bild an sich spricht nicht dafür, dass der Aufhänger der Geschichte ein herausragendes Nachrichtenbild war.  Das Bild verfügt weder über herausragende visuelle Qualitäten, noch hat es einen besonderen Nachrichtenwert. Rettungs-Aktionen wie diese gehören zum Alltag des Krieges westlicher Streitkräfte in Afghanistan. Umso interessanter ist die Frage, warum VIEW die amerikanischen Soldaten zu Helden stilisiert und was damit bezweckt wird. Dank dem Hinweis auf die filmische Kriegs-Maschinerie von Hollywood funktioniert dieses Stilisierung (fast) perfekt.

Dienstag, 9. Oktober 2012

UPDATE: Falsche Bildverwendung in der SZ

Am 27. September hatte ich in meinem Blogbeitrag „SZ-Bildredaktion greift in die Klischee-Kiste“ bereits die fragwürdige Bebilderung eines SZ-Artikels diskutiert. Weitere Recherchen im Internet ergaben, dass das Bild, welches mit der Bildunterschrift „Vom Ziel eines eigenen Staates weit entfernt: Palästinenser werfen Steine auf israelische Sicherheitskräfte“ den Artikel über die (Nicht-) Thematisierung des Nahostkonflikts auf der UN-Generalversammlung bebilderte, aus einem völlig anderen Zusammenhang stammt. In der Online-Datenbank der Nachrichten-Agentur AP ist es einsehbar. Hier der Link. Es stammt schon vom 18. September diesen Jahres und zeigt Proteste im palästinensischen Flüchtlingslager Shuafat in Ost-Jerusalem gegen den Mohammed-Film. Damit ist noch fragwürdiger, warum es als Bebilderung des Artikels benutzt wurde, wenn nicht aus dem Grund visuelle Klischees zum Nahostkonflikt zu bedienen. Darüber hinaus ist die Bildunterschrift fragwürdig. Es ist zwar sachlich richtig, dass Palästinenser hier Steine schmeißen, aber der Anlass, welcher zu diesem Ereignis führt, wird nicht erwähnt und macht das Bild damit wertlos. Die Frage nach einem palästinensischen Staat jedenfalls wird im Bild nicht thematisiert.

Diese Bebilderung ist leider ein gutes Beispiel für eine zunehmende Praxis in den Bildredaktionen, Artikel im Sinne einer frei interpretierten Illustration des Artikel-Themas zu bebildern und damit ungenaue und zum Teil falsche Assoziation zwischen Bild-Inhalt und Artikeln herzustellen. Letztlich wird damit auch die Glaubwürdigkeit von Nachrichtenfotografie untergraben.

Donnerstag, 27. September 2012

SZ-Bildredaktion greift in die Klischee-Kiste


Ganz unten auf der Agenda scheint das Thema Friedensprozess in Nahost nicht nur bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York zu stehen, sondern auch bei der Bildredaktion der Süddeutschen Zeitung. Im folgenden ein Kommentar zur Bebilderung eines Artikels, der am 27. September 2012 in der Rubrik Politik auf Seite 8 der SZ erschienen ist. In veränderter Form ist der Kommentar als Leserbrief auch der SZ zugegangen.

Welchen Zusammenhang es zwischen dem gut geschriebenen und informativen Artikel von Peter Münch über die Bedeutung(slosigkeit) des Friedensprozesses zwischen Israelis und Palästinensern bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York und der Bebilderung des Artikels gibt, bleibt auch nach intensiver Lektüre des Artikels sowie ausgiebiger Bildbetrachtung schleierhaft. Es ist zu hoffen dass nicht Herr Münch als Nahostkorrespondent dies selbst zu verantworten hat. Aber es ist auch kein Aushängeschild für die Qualität der Arbeit der SZ-Bildredaktion.

Aber schauen wir uns zunächst an, was die SZ veröffentlichte. Unter dem Titel „Ganz unten auf der Agenda“ nimmt der Artikel inklusive eines Bildes über vier Spalten gehend fast die gesamte unter Hälfte der Zeitungsseite ein. Thema des Artikels ist die UN Generalversammlung in New York und der Stellenwert, den dort das Thema Israel-Palästina spielt. Im Artikel wird hauptsächlich auf den stockenden  Friedensprozess, die Bemühungen der Palästinenser ihr Anliegen in die UN und deren Unterorganisationen zu tragen und das Rede-Duell zwischen Abbas und Netanyahu Bezug genommen. Die Situation in der Region wird nur am Rande thematisiert. Das zum Artikel gehörige Bild ist ein in die Länge gezogenes Querformat, über drei Spalten gehend. In der linken Bildecke ist ein Mensch angeschnitten, dahinter sind perspektivisch gestaffelt drei weitere vermummte Männer zu sehen, die sich in unterschiedliche Richtung bewegen. Die Sicht ist insgesamt etwas diffus, vermutlich aufgrund von Rauchschwaden vor Ort. Sonnenlicht fällt von der linken Hälfte ins Bild ein und zeichnete klare Schatten der Personen. In der Bildunterschrift steht „Vom Ziel eines eigenen Staates weit entfernt: Palästinenser werfen Steine auf israelische Sicherheitskräfte“. Als Quelle ist die Agentur AP angegeben, ohne eine Nennung des Fotografennamens.

Das beschriebene Bild ist als ein typisches Klischeebild aus dem visuellen Repertoire des Nahostkonflikts zu charakterisieren: Steine werfende junge Palästinenser, vermummt und völlig Kontextlos dem Artikel zugeordnet. Zumindest ist aus der Bildunterschrift nicht zu entnehmen, ob der Protest sich wenigstens auf das im Artikel erwähnte Event der UN Generalversammlung bezieht, oder sich gegen den stockenden Friedensprozess richtet. Mit größter Wahrscheinlichkeit nicht, denn ansonsten wäre das Bild sicherlich in dieser Hinsicht kontextualisiert worden. Was bleibt ist ein schales Bild, das die Palästinenser völlig ungerechtfertigter Weise als gewalttätige Protestler zeigt. Nicht dass diese Proteste nicht tatsächlich stattfinden würden. Aber meist haben diese einen spezifischen Anlass, zu dem sie stattfinden und sind einem Ort zuordenbar. Repräsentativ für den Umgang der Palästinenser mit dem Konflikt sind sie jedoch nicht. Noch weniger sagen sie repräsentativ etwas darüber aus wie die palästinensische Gesellschaft mit dem Stocken des Friedensprozesses umgeht. Das macht die Veröffentlichung des Bildes im schlechtesten Fall tendenziös, im besten Fall einfach unbedacht. Für qualitativen Bild-Journalismus, dem sich die Süddeutsche Zeitung als Qualitätszeitung verpflichtet fühlen sollte, spricht es jedoch nicht.

Leider ebenfalls zur Praxis der SZ gehört es, wie in diesem Fall, bei Bildern in der Regel nur den Namen der Agentur, nicht jedoch den des Fotografen, zu veröffentlichen. Damit fällt eine weitere Möglichkeit der Kontextualisierung weg. Theoretisch wird damit auch gegen das Urheberrecht verstoßen, in dem eine Namensnennung vorgesehen ist. Der Deutsche Journalistenverband hat wiederholt auf diesen Missstand hingewiesen. Laut der jährlichen Auszählung „Fotografen haben einen Namen“ werden in der SZ nur in 39 der Fälle der Namen des Fotografen bei der Veröffentlichung des Bildes genannt.

Wie unterschiedlich Print- und Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung mit der Bebilderung des Artikels umgegangen sind, ist an diesem Beispiel ebenfalls sehr gut zu sehen. Der Online-Artikel ist vom Text her identisch, wird jedoch von einem anderen Bild verziert. Zu sehen ist ein Mann der auf den obersten Sprossen einer Leiter steht, die an eine Mauer gelehnt ist. Er kann gerade darüber schauen und schwenkt dabei eine palästinensische Fahne. Die Bildunterzeile lautet „ Ein Demonstrant schwenkt die palästinensische Flagge über der umstrittenen Mauer, die Israel vom Westjordanland trennt. Erst wenn die Gewalt wieder offen ausbricht, wird der Nahost-Konflikt erneut Top-Thema bei den Vereinten Nationen“. Als Quelle ist die Agentur Reuters angegeben. Zumindest ansatzweise ist das Bild hier geografisch zugeordnet. Darüber hinaus ist zu erahnen was der Grund für die Bebilderung sein könnte: erst wenn wieder Gewalt von Demonstranten in Palästina ausgeht – für die der – gewaltlos – Fahne schwenkende als Symbol steht – wird das Thema auch in New York wieder auf der Tagesordnung stehen. Aber letztlich stellt sich auch in diesem Fall die Frage, warum ein Demonstrant als Symbol für die stockenden Verhandlungen und das nicht thematisieren in New York herhalten muss. Immerhin mit einem weniger klischeehaften Bild als in der Printausgabe der SZ.

Zu wünschen wäre, dass die SZ mehr Sorgfalt bei der Bebilderung von Artikeln zum Nahostkonflikt walten lassen würde. Wichtig dafür ist, dass es in der Bildredaktion ein Bewusstsein über visuelle Klischees, die Geschichte der Bildberichterstattung über den Nahostkonflikt, sowie Kontextwissen zum Thema gibt. Nur so lassen sich Fehler wie in diesem Fall vermeiden.


P.S.S: Aus Gründen des Urheberrechts konnte der Print-Artikel hier leider nicht zugänglich gemacht werden.

Montag, 6. Juni 2011

Die negierte Urheberschaft oder der verschwundene Autor

Die von mir als BICC-Occasional Paper veröffentlichte Untersuchung der Bildberichterstattung der beiden großen deutschen Tageszeitungen Frankfurter Allgemeine Zeitung und Süddeutsche Zeitung über den Gaza-Krieg brachte auch einige interessante Ergebnisse bezüglich des Umgangs der beiden Medien mit Bildquellen und Agentur-Bildern zum Vorschein, die bisher nicht ausführlich vorgestellt wurden. Wie diese aus einer foto-theoretischen Perspektive sowie vor dem Hintergrund einer politischen Auseinandersetzung über den Konflikt zu interpretieren sind, wird der folgende Artikel aufzeigen, der unter anderem auf Überlegungen von Ariella Azoulay zum Thema fußt.


Der 22 Tage dauernde Gaza-Krieg war ein Ereignis, welches sehr prominent in den deutschen Massenmedien vertreten war. Dabei spielten Bilder in der Berichterstattung eine zentrale Rolle. Zwischen dem 27. Dezember 2008 und dem 19. Januar 2009 wurden in der FAZ 34 und in der SZ 67 Bilder zum Thema Gaza-Krieg publiziert. Besonders interessant ist es dabei, die Herkunft der Bilder genauer zu untersuchen. Dabei zeigte sich, dass bei der FAZ 88% der Bilder von den vier großen Agenturen AFP, AP, DPA und Reuters stammten, bei der SZ 74% der Bilder. Während bei der FAZ kein einziges Bild eines freien Fotografen veröffentlicht wurde, machten diese bei der SZ immerhin 6% der Bilder aus, wobei alle diese Bilder von einer Fotografin stammten.

Was sich hier zuvorderst zeigt, ist die große Dominanz der Bilderdienste der Nachrichtenagenturen, was die tagtägliche News-Photography angeht. In diesem Markt haben freie Fotografen oder kleine Fotografen-Agenturen kaum eine Chance und können nicht mit dem weitverzweigten Netzwerk der Nachrichtenagenturen konkurrieren. Hier sind Parallelen zum allgemeinen Nachrichtenmarkt in der Auslandsberichterstattung zu finden, der eine ähnliche Dominanz der Nachrichtenagenturen aufweist.

Das eigentlich interessante an den veröffentlichten Bildern in der FAZ und der SZ ist jedoch die (Nicht-) Veröffentlichung der Fotografennamen als Hinweis auf die Autorenschaft des Bildes. Nur bei 7% der in den untersuchten Medien zum Thema Gaza-Krieg veröffentlichten Bildern wird der Fotografenname angegeben. Und dies nur in der SZ. Bei allen Bildern der Nachrichtenagenturen ist als Quelle ausschließlich der Name der Agenturen (z.B. AP, AFP, ...) angegeben. Der Fotografenname wird bei keiner der großen Agenturen mit abgedruckt und ist nur bei zwei Bildern kleinerer Agenturen zu finden. Was der Hintergrund dieses Aspekts ist, ob es an der Vermarktungspolitik der Agenturen oder der Veröffentlichungspraxis der Medien liegt, darüber kann an dieser Stelle nur spekuliert werden und ist auch nicht die zentrale Fragestellung des Artikels. Der Fokus soll hier auf der Frage liegen, welche Implikationen die Nicht-Veröffentlichung des Fotografennamens haben kann.

Zuerst ist festzustellen, dass die ausschließliche Benennung der Bilder mit dem Agenturnamen diese entpersonalisiert. Sie wurden scheinbar nicht mehr von einer Person aufgenommen, sondern stehen stellvertretend für eine Agentur. Damit wird eine personale Autorenschaft, deren Charakteristik vor allem in der Subjektivität des fotografischen Akts liegt negiert und das Bild zu einem reinen Träger vermeintlich „neutraler“ Informationen. Agenturen gelten gemeinhin als neutrale übergeordnete Referenzgrößen. Dabei ist das Bild an sich natürlich genau davon weit entfernt. Aber dies ist eine der möglichen Konsequenzen aus der Lektüre der Bildquelle.

Darüber hinaus entsteht über diese Veröffentlichungspraxis ein sehr starkes Branding der Agenturen, in dem die Fotografen als Mitarbeiter hinter dem Markennamen zurückstehen, was für die Agenturen als vorteilhaft anzusehen ist. So wird die schwache Position der Agentur-Fotografen und insbesondere der lokalen Stringer verstärkt, die sich in der Abgabe aller Bildrechte zeigt. Dabei sind die Bilder für die Nachrichtenagenturen vor allem ein kommerzielles Produkt. Sie sind eine Ware auf dem globalen Bildermarkt, in dem die genannten Agenturen die größten Konkurrenten sind und um die wichtigsten Abnehmer konkurrieren. Dabei ist der Nahostkonflikt als zyklisches Nachrichtenzentrum ein sicherer Garant für Bilder und Ereignisse, welche in den Redaktionen internationaler Nachrichtenmedien nachgefragt werden.

Für den Betrachter ist aus dem Agenturkürzel nicht ersichtlich, ob es sich bei dem dahinterstehenden Fotografen bzw. Autor um einen Israeli, einen Palästinenser oder einen internationalen Fotografen handelt. Dies mag in vielen Situationen auch gleichgültig sein. Nichts desto trotz hält es dem Betrachter jedoch entscheidende Informationen über den Entstehungskontext vor. Ob Fotos aus bestimmten Regionen immer vom gleichen Fotografen stammen oder ob ein bestimmtes Bild nur möglich war, weil ein israelischer Fotograf aufgrund seiner Nationalität Zugang zu israelischen Armee-Einheiten hatte und dort „embedded“ war oder ein palästinensischer Fotograf nah an die Hamas herankam: diese und ähnliche Fragen, können nicht beantwortet werden. So bleibt der Einblick in den (medien-) politischen Kontext des Krieges verwehrt. Für den kompletten Zeitraum des Gaza-Krieges war beispielsweise der Gazastreifen für internationale wie israelische Fotografen und Journalisten tabu. Dies heißt also, dass alle Bilder die uns aus dem Gazastreifen erreichten, von palästinensischen Stringern, den lokalen Angestellten der internationalen Agenturen produziert wurden. Das bewusste Verschweigen dieser Information durch die Nichtnennung der Autoren kann zum einen heißen, dass dies bewusst nicht transparent gemacht wird um nicht der Frage nachgehen zu müssen, ob die Bilder aus der Region biased oder unbiased sind. Zum anderen kann hinter der Nichtnennung der Autoren das Verschweigen des Eingeständnisses stehen, das palästinensische Fotografen aus der Region hochwertige Produkte liefern und nicht hinter internationalen Fotografen zurückstehen müssen.

Ariella Azoulay beschreibt in ihrem Buch „The civil contract of photography“, dass zur Fotografie immer drei Element gehören: der Fotograf, der Fotografierte und der Betrachter (Azoulay 2008). Im Moment der Aufnahme wird zwischen dem Fotografen und dem Fotografierten ein von ihr als solcher bezeichneter „civil contract“ geschlossen, der in diesem Moment auch impliziert, dass es irgendwo einen Betrachter gibt. Dieser Vertrag ist jedoch nicht als schriftliches Dokument sondern als unausgesprochene Übereinkunft zu sehen, zumindest was den Fotojournalismus angeht. Für diese Übereinkunft ist also die persönliche Begegnung und Interaktion zwischen dem Fotografen und dem Fotografierten von entscheidender Bedeutung. Durch die Negierung der Autorenschaft wird diese Dimension verschwiegen, da die Übereinkunft eben nicht zwischen dem Fotografierten und der Agentur geschlossen wurde. Die Agentur ist der Mittler, welcher das Produkt vermarktet, nicht mehr und nicht weniger.

Ein Blick in Fachportale im Internet der fotojournalistischen Berufsverbände, wie beispielsweise dem Bildjournalistenblog des DJV (http://bildjournalisten.djv-online.de/) zeigt, dass dies auch dort ein wichtiges Thema ist. So wird in einem Artikel des DJV darauf verwiesen, dass die Nicht-Nennung des Fotografennamens und die ausschließliche Angabe des Agenturnamens einen klaren Verstoß gegen § 13 Urheberrechtsgesetz darstellen (DJV 2011). Die großen deutschen Tageszeitungen scheint dies jedoch nicht zu stören. Die jährliche Untersuchung der DJV zu diesem Thema brachte zum Vorschein, dass nur die FAZ in nur 28,57% der Fälle, die SZ in nur 23,61% der Fälle den richtigen Autor unter die veröffentlichten Pressefotografien setzen (DJV 2010). Umso wichtiger erscheint es, diesem Thema verstärkt Aufmerksamkeit zu widmen und es bezüglich der (medien-) politischen Implikationen, wie hier am Beispiel des Gaza-Krieges, zu diskutieren.



Quelle der in der FAZ und SZ zum Thema Gaza-Krieg zwischen dem 27.12.2008 und dem 19.01.2009 veröffentlichten Pressefotografien


FAZ
SZ
Reuters*
14 (41%)
14 (21%)
AP*
10 (29%)
15 (22%)
AFP*
5 (9%)
10 (15%)
Getty Images*

4 (6%)
DPA*
3 (9%)
11 (16%)
Polaris/Laif*
1 (3%)

Bloomberg*
1 (3%)

UPI/Laif*

1 (1,5%)
Laif*

3 (4,5%)
Katharina Eglau

3 (4,5 %)
Magnum/Agentur Focus*

1 (1,5%)
Gil Yohanan

1 (1,5%)
Jarrar/Apollo/Rapport/Laif

1 (1,5%)
DDP*

1(1,5%)
Face to Face*

1(1,5%)
Jonas Bendiksen/Magnum Photos/Agentur Focus

1(1,5%)
Gesamt
34
67
* Ohne Nennung des Fotografennamens
Quelle: Koltermann 2010


Literatur:

  • Azoulay, Ariella (2008): The civil contract of photography, New York/Cambridge: Zone Books.
  • DJV (2011): Fotografen haben Namen - DJV führt am 14. April Aktion zur Nennung von Urhebern durch, http://bildjournalisten.djv-online.de/?p=534 , Abgerufen am 6. Juni 2011.
  • DJV (2010): Fotografen haben Namen: WELT KOMPAKT siegt, die Ergebnisse en detail, URL: http://bildjournalisten.djv-online.de/?p=505, Abgerufen am 6. Juni 2011. 
  • Koltermann, Felix (2010): Der Gaza-Krieg im Bild, BICC-Occasional Paper, Bonn: BICC.

 

Samstag, 14. Mai 2011

Der Gaza-Krieg im Bild: Ein Hinweis in eigener Sache

Der als BICC Occasional-Paper im August 2010 erschienene Aufsatz „Der Gaza-Krieg im Bild“ analysiert die Bildberichterstattung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und der Süddeutschen Zeitung (SZ) über den Gaza-Krieg. Der Untersuchung liegt die Annahme zu Grunde, dass die Bildberichterstattung in Form fotojournalistischer Kriegsfotografie eine besondere Form der medialen Wirklichkeitskonstruktion darstellt, die mediumspezifische „Bilder“ konstruiert. Eingebettet ist diese Analyse in eine Beschreibung der Bedeutung der Fotografie für die Kriegs- und Krisenberichterstattung und die Herausarbeitung der Besonderheitdes Mediums Fotografie als Träger von Erinnerung. Des Weiteren wird der Produktionskontext geschildert, in dem die Bilder vor Ort entstanden sind, und diese Informationen zur Einordnung der Ergebnisse der qualitativen Untersuchung herangezogen.

Die Grundlage dieses Occasional Papers war meine Masterarbeit, die für den Studiengang „Master of Peace and Security Studies (M.P.S.) am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg (IFSH) während eines Forschungsaufenthaltes am BICC (Internationales Konversionszentrum Bonn) entstanden ist.
 
http://www.bicc.de/publications/papers.html

Eine kürzere Fassung des Papers erschien als Artikel unter dem Titel „Pressefotografie und Kriegsrealität - Der Gaza-Krieg in FAZ und SZ“ in der Ausgabe 3/2010 der Zeitschrift Wissenschaft und Frieden.


http://www.wissenschaft-und-frieden.de/seite.php?artikelID=1643